Quallenprophylaxe

Risiko:

Jedes Jahr setzen sich etwa 900.000 Österreicher während ihres Badeurlaubes den Kontakten mit Nesseltieren aus und viele von ihnen erleben die Folgen buchstäblich auf der eigenen Haut. Zumeist beschränkt sich die Hautläsion auf brennende, oft streifenförmige urtikarielle Eruptionen, die innerhalb einiger Tage verschwinden. Es genügen auch Teile von Quallen, die durch die Einwirkung von Schiffschrauben desintegriert worden sind und deren Tentakel unsichtbar im Wasser treiben. Auch an den Strand gespülte Quallen und deren Fragmente können Hautläsionen hervorrufen. Taucher können am Riff durch den Kontakt mit Feuerkorallen und Seeanemonen schwere, ja mitunter lebensbedrohliche Verletzungen erleiden.

Nesseltiere:

Alle Nesseltiere des Meeres werden der Klasse der Cnidaria zugeordnet, welcher 3 Phyla angehören:

Phylumwichtige Vertreter
HydrozoaPortugisische Galeere
SchcipozoaQuallen und Seeläuse
AnthozoaSeeanemonen und Korallen

 

Die Waffen:

Ihre Waffen setzen die Nesseltiere einerseits zum Beuteerwerb ein, wobei Planktonorganismen und kleine Fische augenblicklich gelähmt werden um so den langsam fortbeweglichen oder ortsfesten Räubern nicht entgehen zu können. Andererseits sind die Nesseln auch hoch wirksame Verteidigungswaffen gegen echte und vermeintliche Freßfeinde.

Die eigentliche Waffe, die Nesselkapsel oder Nematozyste ist eine subzelluläre Organelle der Nesselzellen. Letztere befinden sich in den Tentakeln der Nesseltiere. Die Nesselzelle hat fadenförmige Ausstülpungen, das Cnidocil, dem die Aufgabe der Erkennung und der Signaltransduktion zukommt. Berührt nun das Cnidocil die Haut, so baut sich im Inneren der darunter liegenden Nematozyste ein enormer Druck (200 Atmosphären !!!) auf und mit einer Beschleunigung von 40.000 g wird explosionsartig der Inhalt der Nematozyste handschuhförmig ausgestülpt. Zuerst eine pfeilspitzenähnliche Struktur, die in die Haut eindringt und dann ein Faden von mehreren Millimetern Länge, der das Gift injiziert.

Die Krankheiten:

Eines der Gifte ist ein Polypeptid mit 2749 Aminosäuren das durch 23 intramolekulare Disulfidbrücken stabilisiert wird. Seine Giftwirkung ist Curareähnlich und führt zu einer Lähmung durch Dauerdepolarisation der Synapsen. Weitere Gifte sind höhermolekulare Peptide, deren Struktur noch unaufgeklärt ist und die zytolytische (Hautnekrosen) und kardiotoxische Effekte haben. Besonders gefährlich sind die Toxine der Würfelqualle (Chironex fleckeri) und der portugiesischen Galeere (Physalia physalis), der jährlich eine Vielzahl von Menschen zum Opfer fallen.

Der Kontakt des Menschen mit den Nesselorganen der Qualle führt fast immer zu sofort auftretenden brennende Hautrötungen, die entsprechend der Fadenform der Tentakeln eine lineare oder "strickleiterartige" Anordnung aufweisen. Bei Verletzungen durch sehr kleine Quallen bezw. deren Larvenstadien (Seeläuse der Spezies Linuche unguicularis in Florida und Edwartsiella lineata in New Jersey) allerdings ist das Exanthem eher makulös und häufig auf der vom Badeanzug bedeckten Haut. Diese Nesseltiere verfangen sich nämlich im Gewebe des Badeterikots und setzen ihr Toxin oft erst nach der Süßwasserdusche frei. Überhaupt ist der Kontakt der Nesselorgane mit Süßwasser ein starker Auslöser für die Giftinjektion. Es ist daher wohl verständlich, wenn sich die Quallenopfer unter die Dusche stellen, doch erweist sich diese Maßnahme vielfach als kontraproduktiv, weil symptomverstärkend. Besser ist es, die betroffenen Hautareale mit trockenem Sand sorgfältig abzureiben und erst dann unter die Dusche zu gehen.

Gelegentlich entstehen jedoch auch tiefergehende Hautläsionen die unter Narbenbildung und Pigmentverschiebungen abheilen und durch lokale Atrophie des subkutanen Fettpolsters bleibende Entstellungen hinterlassen. Lebensbedrohliche Folgen können Kontakte mit bestimmten Quallenarten z.B. der Würfelqualle oder der portugiesischen Galeere haben.

Die Vorbeugung:

Dem israelischen Forscher Amit Lothan, der seit gut 30 Jahren als Meeresbiologe tätig ist, ist es gelungen, jene Substanzen von der Haut des Clownfisches, der sich inmitten von Seeanemonen unbehelligt herumtreibt, zu isolieren, charakterisieren und synthetisieren. Dabei wirken zumindest vier verschiedene Substanzen auf die Giftfreisetzungskaskade durch die Nesselzelle:

  1. Eine silikonähnliche Substanz unterbindet die Kontaktnahme mit der Haut
  2. Butylenglycol interferiert mit dem Auslösemechanismus
  3. Glycosaminglycan hemmt die Signaltransduktion in die Nematozysten
  4. Kationenkanalblocker verringern den Influx von Wasser in die Nematozysten und damit den Durckanstieg in diesen Organellen.

Dieses, als "plancton blocking technology (PBT)" bezeichnetes Management, reduziert die Zahl der auf der Haut explodierenden Nematozysten soweit, daß Hautveränderungen nach Quallen, Seeanemonen und Feuerkorallenkontakt unterbleiben.

Safe Sea

Safe Sea
Safe Sea muß sorgfältig und insbesondere auch auf die Haut, die vom Badetrikot bedeckt ist, aufgetragen werden (siehe oben). Ein Mischen mit einem Sonnenschutzmittel ist schlecht wegen mutueller Verdünnungseffekte, die dazu führen könnten, daß weder ein sicherer Quallenschutz noch der erwünschte Sonneschutz erreicht würde. Es ist auch überflüssig, weil ohnehin fixe Kombinationen von PBT und Sonnenschutz (Faktor 15 und Faktor 30) erhältlich sind.

Risikogebiete:

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