Impfungen für Erwachsene in Österreich

Download: Österreichischer Impfplan 2018 (PDF)

Risiko und Vorbeugung

Pertussis, der Keuchhusten also, ist eine bakterielle Infektion der Atemwege, die über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird. Für Kinder bis 6 Monate ist die Erkrankung akut lebensbedrohlich, immer mit schweren Hustenanfällen verbunden, bei Kindern auch mit keuchender Inspiration. Auch bei Erwachsenen dauert die Erkrankung fast immer länger als 4 Wochen. Aufgrund der meist späten Erkennung verpasst man häufig die Gelegenheit einer antibiotischen Behandlung, die nämlich nur innerhalb der ersten Krankheitswoche möglich ist. Nach der vorübergehenden Streichung der Pertussis-Impfung vom Österreichischen Impfplan in den 80-er Jahren beobachtete man in den Folgejahren ein sprunghaftes Ansteigen der Erkrankungszahlen vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Deshalb wurde die Impfung längst wieder in den Impfplan aufgenommen, wird aber häufig vor allem aus Unkenntnis vergessen.Ein Einzelimpfstoff ist nicht verfügbar, daher hat die Impfung in Kombination mit Diphterie-/Tetanus-/evtl auch Polio-Impfung zu erfolgen.

Gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) sollte jeder Österreicher geimpft werden, auch wenn die Polio-Ausrottung kurz vor ihrer Vollendung steht (2017 wurden weltweit nur noch 22 Fälle gemeldet, 1988 waren es 365.000). Für  Fernreisende nach Afrika oder Asien, wo die Krankheit immer noch endemisch ist, besteht noch ein Restrisiko.
Die Erkrankung beginnt ähnlich wie eine Sommergrippe. Nur ausnahmsweise (<1%) kommt es innerhalb von ein bis zwei Wochen zu einer schlaffen Lähmung, fast immer der unteren Extremitäten. Je älter der Kranke, desto schwerer der Verlauf. Todesrate je nach Alter bis zu 30 %. Es gibt keine ursächliche Behandlung.
Die Impfung gegen Polio wird bereits im Säuglingsalter durchgeführt; sie sollte alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Dazu steht ein Einzelimpfstoff oder ein Kombinationsimpfstoff mit Diphtherie und Tetanus (Dreifachimpfstoff)   oder ein Vierfachimpfstoff, der zusätzlich Pertussisantigene enthält zur Verfügung.

Tetanus ist in Industrieländern zwar seltener, dennoch kann der Erreger schon bei kleinsten Verletzungen (z.B. Kratzwunden, Verletzungen bei Gartenarbeit) eindringen. Die Erkrankung beginnt mit Schluckbeschwerden, Grimassen, später treten qualvolle Krampfanfälle auf. Die Prognose ist schlecht, mehr als ein Viertel der Betroffenen stirbt. Eine routinemäßige Auffrischung erfolgt alle 10 Jahre. Die Impfung sollte nach Verletzungen und vor Fernreisen nach 5 Jahren aufgefrischt werden, v. a. auch um die Notwendigkeit einer Impfung im Verletzungsfall im Ausland zu umgehen.

Fälle von Diphtherie sind, ausgehend von Osteuropa, erst in den 90igern wieder aufgetreten. Auch auf Flugreisen besteht die Gefahr der Ansteckung durch Tröpfcheninfektion. Da in Österreich seit 1945 alle Kinder im Säuglingsalter und in den Schulen geimpft wurden, reicht bei den meisten Erwachsenen eine Auffrischungsimpfung, die für 10 Jahre Schutz bietet. Diphtherieimpfung gibt es nur in fixer Kombination mit Tetanus/Pertusssis , bezw. Tetanus/Polio (Dreifachimpfstoffe) oder als Vierfachimpfstoff mit Tetanus/Pertussis/Polio.

Hepatitis A: Diese ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragbare Virushepatitis ist in hoch entwickelten Industrieländern dem Druck der hier herrschenden kommunalen und privaten Hygiene gewichen. Die Hepatitis A ist hierzulande selten geworden.
Ganz anders in den Entwicklungsländern: Hier machen fast alle Kinder und Jugendliche diese Infektion durch und  sind  dann für den Rest ihres Lebens geschützt.
Der ungeschützte Reisende aus Industrieländern hat in den Entwicklungsländern bei einer Reisedauer von einem Monat ein bis zu 2%iges Risiko einer Hepatitis A zu tragen. Die  Hepatitis A-Impfung ist daher ein fixer Bestandteil jedes Reise-Impfprogrammes. Zudem wird die Impfung auch im österreichischen Impfplan seit vielen Jahren bereits routinemäßig im Kindesalter empfohlen.

Hepatitis B ist in sozioökonomisch unterentwickelten Ländern häufig. Doch auch in Österreich gibt es zahlreiche Fälle, nicht nur im Drogen-, Prostituierten- und Obdachlosenmilieu. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten (Bluttransfusionen, Geschlechtsverkehr, Nadeln, Spritzen) übertragen. In vielen Fällen heilt die Erkrankung aus, in einigen wird sie jedoch chronisch; nach Jahren bis Jahrzehnten treten als Spätfolgen Leberzirrhose oder Leberkrebs auf. Die Hepatitis B Impfung ist daher fixer Bestandteil des Säuglingsimpfprogrammes und wird mit der sogenannten Sechsfachimpfung bereits im ersten Lebensjahr verabreicht. Jeder Österreicher, der noch nicht in den Genuss dieser Impfung gekommen ist, sollte sich impfen lassen, am besten mit dem kombinierten Hepatitis A und B Impfstoff.  Besonders ratsam ist die Hepatitis B-Impfung für medizinisches Personal, Polizeibeamte und soziale Berufe, die mit den oben genannten Risikogruppen beruflichen Kontakt haben. Das gilt sinngemäß auch für Reisende in Entwicklungsländer. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Teilimpfungen. Die Schutzdauer ist individuell unterschiedlich; auch gibt es sogenannte „low responder“, die mehr als drei Impfungen zur Grundimmunisierung brauchen. Daher muss nach der dritten Hepatiis B Impfung die  Antikörperkontrolle stattfinden, um den Schutzzustand und die Schutzdauer zu ermitteln.

Tollwut ist eine fast ausnahmslos tödlich endende Erkrankung des Menschen und anderer Wirbeltiere. Die Hauptüberträger sind Hunde und hundeähnliche Raubtiere, die das Virus, noch bevor sie sichtbar erkrankt sind, mit dem Speichel ausscheiden. Daneben spielen auch Fledermäuse verschiedener Arten eine Rolle als Überträger (vor allem in Amerika), doch sind global (streunende) Hunde für 99% aller Tollwutübertragungen auf den Menschen verantwortlich.  Nach vorsichtiger Schätzung der WHO sterben jedes Jahr 59.000 Menschen (50% davon sind Kinder unter 15 Jahre) an Tollwut. Ohne die Möglichkeit der Impfprophylaxe auch nach der Bissverletzung (postexpositionelle Prophylaxe) läge diese Zahl bei 327.000/Jahr.
In Österreich ist die Hundetollwut seit 1950 erloschen; seither gab es die Tollwut hierzulande nur noch als Fuchstollwut mit Übertragungen auf Wild- und Weidetiere und auch auf den Menschen. Der letzte heimische Tollwutfall eines Menschen betraf einen Kärntner, der 1979 nach einem Mopedsturz von einem Fuchs gebissen wurde und innerhalb einer Woche zu Tode gekommen ist. Der letzte tollwütige Fuchs wurde 2006 identifiziert und 2008 hat sich Österreich für frei von terrestrischer Tollwut erklärt. Im Jahre 2004 hat uns ein an Tollwut verstorbener Steirer an die Rolle der Tollwut als mögliche Reiseinfektion erinnert: Er hatte in Marokko mit offensichtlich mutterlosen Welpen (die Mutter war vermutlich an Tollwut gestorben) gespielt und dabei Kratzer an den Händen erlitten und ist so mit dem infektiösen Speichel der Welpen infiziert worden.

Die Grippe (Influenza) ist eine Virusinfektion, die durch das Einatmen von Influenza-Viruspartikeln fast ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen wird. Auch die Übertragung der besonders gefährlichen aber seltenen Vogelgrippe erfolgt auf diesem Weg, allerdings vom Vogel (fast immer dem Huhn) auf den Menschen.
Influenza-Übertragungen finden schwerpunkmäßig während der Wintersaison statt mit einem Erkrankungsgipfel im Jänner und Feber in der nördlichen Hemisphäre im Juli und August in Ländern mit Wintermonaten südlich des Äquators.

Das Ausmaß der jährlichen Influenzapademien hängt davon ab, in welcher Gestalt (Zusammensetzung der Oberflächenantigene) die Viren ihren Seuchenzug antreten.
Diese Gestalt ändert sich ständig. Je größer der Unterschied zu den Grippeviren der vergangenen Jahre umso höher die Zahl der Erkrankungs- und Sterbefälle während der laufenden Saison. Global, so schätzt die WHO, ist mit 3-5 Mio. schwerer Erkrankungen und 290.000 bis 560.000 Todesfälle pro Jahr zu rechnen.
Auch in Österreich wird während der Influenzasaison eine Übersterblichkeit von bis zu 3000 Personen beobachtet.

Die Grippe-Impfstoffhersteller müssen sich auf diese Variabilität des Influenzavirus einstellen. Der Impfstoff wird jedes Jahr neu zusammengestellt. Die Mixtur der drei bis vier Virusstämme pro Impfstoff wird jedes Jahr für beide Hemisphären von der WHO empfohlen. Dies geschieht auf Grundlage der Analyse der zirkulierenden Grippeviren der jeweils anderen Hälfte der Weltkugel. Die Impfung sollte bereits im Spätherbst verabreicht werden, da der Schutz in etwa 10 bis 14 Tagen eintritt. Besonders ratsam ist die Impfung für ältere Menschen; sie schützt für eine Saison.

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