Impfungen für Erwachsene in Österreich

Download: Österreichischer Impfplan 2016 (PDF)

Risiko und Vorbeugung

Pertussis, der Keuchhusten also, ist eine bakterielle Infektion der Atemwege, die über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird. Für Kinder bis 6 Monate ist die Erkrankung akut lebensbedrohlich, immer mit schweren Hustenanfällen verbunden, bei Kindern auch mit keuchender Inspiration. Auch bei Erwachsenen dauert die Erkrankung fast immer länger als 4 Wochen. Aufgrund der meist späten Erkennung verpasst man häufig die Gelegenheit einer antibiotischen Behandlung, die nämlich nur innerhalb der ersten Krankheitswoche möglich ist. Nach der vorübergehenden Streichung der Pertussis-Impfung vom Österreichischen Impfplan in den 80-er Jahren beobachtete man in den Folgejahren ein sprunghaftes Ansteigen der Erkrankungszahlen vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Deshalb wurde die Impfung längst wieder in den Impfplan aufgenommen, wird aber häufig vor allem aus Unkenntnis vergessen.Ein Einzelimpfstoff ist nicht verfügbar, daher hat die Impfung in Kombination mit Diphterie-/Tetanus-/evtl auch Polio-Impfung zu erfolgen.

Obwohl die Erkrankung Poliomyelitis (Kinderlähmung) in Mitteleuropa durch die konsequente Durchimpfung der Bevölkerung über Jahrzehnte mittlerweile ausgerottet wurde, sollte dennoch jeder Österreicher gegen Kinderlähmung geimpft werden. Durch Fernreisen nach Afrika oder Asien, wo die Krankheit immer noch endemisch ist, besteht ein Restrisiko einer Infektion. Die Erkrankung beginnt ähnlich wie eine Sommergrippe und führt innerhalb von ein bis zwei Wochen zu einer schlaffen Lähmung. Je älter der Kranke, desto schwerer der Verlauf. Todesrate je nach Alter bis zu 30 %. Es gibt keine ursächliche Behandlung. In Österreich ist erfreulicherweise nur mehr die Stichimpfung erhältlich: Die Injektion schützt ebenfalls für 10 Jahre und kann im Gegensatz zur obsoleten Lebend-Schluckimpfung ganzjährig durchgeführt werden.

Tetanus ist in Industrieländern zwar seltener, dennoch kann der Erreger schon bei kleinsten Verletzungen (z.B. Kratzwunden, Verletzungen bei Gartenarbeit) eindringen. Die Erkrankung beginnt mit Schluckbeschwerden, Grimassen, später treten qualvolle Krampfanfälle auf. Die Prognose ist schlecht, mehr als ein Drittel der Betroffenen stirbt. Eine routinemäßige Auffrischung erfolgt alle 10 Jahre. Die Impfung sollte nach Verletzungen und vor Fernreisen nach 5 Jahren aufgefrischt werden, v. a. auch um die Notwendigkeit einer Impfung im Verletzungsfall im Ausland zu umgehen.

Fälle von Diphtherie sind, ausgehend von Osteuropa, erst in den 90igern wieder aufgetreten. Auch auf Flugreisen besteht die Gefahr der Ansteckung durch Tröpfcheninfektion. Da in Österreich seit 1945 alle Kinder im Säuglingsalter und in den Schulen geimpft wurden, reicht bei den meisten Erwachsenen eine Auffrischungsimpfung, die für 10 Jahre Schutz bietet. Diphtherieimpfung gibt es mit Tetanus-/Pertussisimpfung kombiniert.

Hepatitis B ist in sozioökonomisch unterentwickelten Ländern häufig. Doch auch in Österreich gibt es zahlreiche Fälle, oftmals im Drogen-, Prostituierten- und Obdachlosenmilieu. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten (Bluttransfusionen, Geschlechtsverkehr), Nadeln, Spritzen, Bettwanzen und Blutegel übertragen. In vielen Fällen heilt die Erkrankung aus, in einigen wird sie jedoch chronisch; nach Jahren bis Jahrzehnten treten als Spätfolgen Leberzirrhose oder Leberkrebs auf. Daher ist es auch in Österreich empfehlenswert, sich durch die Impfung zu schützen. Besonders ratsam ist diese für medizinisches Personal, Polizeibeamte und soziale Berufe, die mit den oben genannten Risikogruppen beruflichen Kontakt haben. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Teilimpfungen. Die Schutzdauer ist individuell unterschiedlich. Daher muß nach der dritten Impfung eine Antikörperkontrolle stattfinden, um die jeweilige Schutzdauer zu ermitteln.

FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) Fälle gehen in Österreich dank der Impfung weiter zurück. Die Übertragung des Virus erfolgt durch Zecken, die zuvor z.B. Mäuse oder andere Nager, Dachse, Füchse oder Rehe befallen haben. Die Erkrankung äußert sich in einer Gehirn- und Gehirnhautentzündung mit oft schweren Verläufen und Dauerschäden. Um das Virus auszurotten, müßten alle Wirtstiere geimpft werden. Da dies unmöglich ist, schützt sich der Österreicher, der sich in ländlichen Gebieten aufhält, durch die Impfung. Nach der dreiteiligen Grundimmunisierung ist man 3 Jahre geschützt, nach der ersten Auffrischung wird alle 5 Jahre aufgefrischt. Menschen ab 60 Jahren sollten wieder alle 3 Jahre geimpft werden.

Tollwut ist eine ausnahmslos tödlich endende Erkrankung. Die Gefahr in Österreich besteht durch Füchse, Fledermäuse, Waldtiere. Eine Impfung ist für Forstarbeiter, Jäger und Tierpfleger anzuraten. Hunde sind in Österreich kaum ein Risiko, da diese als Haustiere gehalten werden und meist auch geimpft sind. Sollte jemand von einem unbekannten Tier gebissen werden, gibt es in Österreich auch die Möglichkeit der postexpositionellen Impfung, d. h. Impfung unmittelbar nach dem Kontakt, damit die Erkrankung verhindert wird. Im sozioökonomisch unterentwickelten Ausland ist hiervon abzuraten, es gibt keine brauchbaren Impfstoffe.

Der Grippe-Impfstoff wird jedes Jahr neu zusammengestellt, da die Virusstämme, die in Südostasien im Sommer auftreten, erfahrungsgemäß im Winter unsere Hemisphäre erreichen. Die Impfung sollte bereits im Spätherbst verabreicht werden, da der Schutz in etwa 10 bis 14 Tagen eintritt. Besonders ratsam ist die Impfung für ältere Menschen; sie schützt für eine Saison.

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