INFORMATIONEN ZUR PANDEMIE-IMPFUNG (gegen die "Schweinegrippe") Die Pandemie-Impfung wird ab 9. November AUSSCHLIESSLICH an den eigens dafür eingerichteten Impfstellen verabreicht. Am Tropeninstitut ist die Impfung NICHT möglich, der Impfstoff wird auch im freien Handel NICHT erhältlich sein! Impfstellen in Wien: http://www.wien.gv.at/ma15/neuegrippe/impfstellen-neuegrippe.html |
(Ältere Information:)
Die "Schweinegrippe" - Pandemiegefahr? Reiserisiko?
Über beinahe jeden Fall der Schweinegrippe, auch mexikanische Grippe oder neuerdings „Neue Grippe“ genannt, wird in den Medien berichtet. Panikmache oder begründete Warnung vor einer gefährlichen Krankheit? „Das wissen wir erst, wenn der Winter kommt“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Heinrich Stemberger. "Bislang scheint es sich um einen harmlosen Erreger zu handeln. Zum Vergleich: Die gewöhnliche, alljährlich auftretende Grippe fordert in Österreich jedes Jahr rund 2.000 Todesopfer, der Erreger der Schweinegrippe hat bisher auf dem gesamten Erdball weniger Schaden angerichtet. Doch das ist kein Grund zur Entwarnung: Auch die Spanische Grippe, die in den Jahren 1918 und 1919 weltweit 40 bis 50 Millionen Opfer forderte, zeigte sich in den Sommermonaten harmlos. Doch sobald es Winter wurde, explodierten die Todesfälle.“
Momentan sind WHO (Weltgesundheitsorganisation) und zuständige öffentliche Einrichtungen dabei, die Situation zu sondieren. Es soll unter anderem ergründet werden:
- Wer hat sich wo und wie infiziert?
- Wieviele Infektionen gab es bislang und wieviele schwere Verläufe gab es?
- Wie virulent ist das Virus tatsächlich, vor allem in der Übertragung Mensch-Mensch?
- Hat sich das Virus verändert?
Gleichzeitig werden erste Schritte in Hinblick auf eine Impfstoffherstellung auf Gewebekulturbasis unternommen. Es ist allerdings frühestens im Herbst mit einem Impfstoff zu rechnen, aber auch dann nicht in Mengen, die eine flächendeckende Versorgung sicherstellen könnte.
Wenn auch die Situation durchaus kritisch ist und vieles darauf hinweist, dass es zu einer weiteren Verschärfung kommen kann, ist zwar keinesfalls Panik angebracht, aber doch erhöhte Vorsicht geboten.
Eine Reisewarnung gibt es nicht, das Infektionsrisiko besteht ja längst praktisch rund um den Globus.
Reisenden ist aber zu empfehlen, die Entwicklung der Lage zu verfolgen. Dabei sollte auf die Aussagen von Fachleuten vertraut werden, reißerische Schlagzeilen in Boulevardmedien sind bei der Einschätzung der Lage wenig hilfreich.
Hier eine kurze Zusammenfassung zum Thema "Schweinegrippe":
Virus: Es handelt sich um einen Subtyp aus der Klasse Influenza A/H1N1, offenbar eine genetische Rekombinante aus Schweine-, Vogel- und humanem Grippevirus. Es ist lange bekannt, dass Schweine und Vögel Influenza bekommen, Virusträger sein und das Virus auf Menschen übertragen können. Bislang war eine Mensch-zu Mensch-Infektion höchst unwahrscheinlich und schwer möglich, bei diesem Subtyp hat sich das geändert, er ist wie andere humane Influenzaviren von Mensch zu Mensch übertragbar.
Übertragung: Die Infektion erfolgt über das Einatmen des Virus im Aerosol (Virus-Luft-Gemisch) im nahen Kontakt mit infizierten Erkrankten. Viel häufiger, als bisher angenommen, wird es wohl auch über direkten Kontakt mit Infizierten vor allem über die Hände übertragen. Der Verzehr von gegartem Schweinefleisch und Schweinefleischprodukten ist unbedenklich!!!
Therapie: Bei Erkrankungsverdacht ist ehestmöglich eine medizinische Einrichtung zu kontaktieren (Hausarzt, Krankenhaus). Die Neuraminidasehemmer Relenza (Zanamivir) und Tamiflu (Oseltamvir) scheinen wirksam zu sein (Laborversuch), solange sie binnen 48 Stunden nach Erkrankungsbeginn angewandt werden. Dies sollte immer nach ärztlicher Anweisung und Anleitung erfolgen! Beide Medikamente sind rezeptpflichtig.
Vorsorge: Es ist - nach wie vor - durchaus empfehlenswert, Relenza oder Tamiflu für alle Fälle bereit zu haben. Reisenden in Gebieten mit bestätigten Fällen ist zu raten, pro Person eines der Medikamente mitzuführen, solange keine Entwarnung kommt. Die Einnahme soll aber NUR im Notfall bei Auftreten erster Symptome einer echten Grippe (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Pneumonie!) und nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen. Eine prophylaktische Einnahme ist NICHT zu empfehlen!
Grippeimpfung: Die aktuellen Grippeimpfstoffe zielen nicht gegen den Virussubtyp, der Effekt einer "Kreuzimmunisierung" ist fraglich. Die Grippimpfung hat und hatte aber stets auch einen "generalpräventiven" Charakter: So kann eine gleichzeitige Infektion eines Indivuums mit bekannten Viren und dem neuen Virus vermieden werden, die Gefahr eines genetischen Austausches und damit der Entstehung eines weiteren neuen Virus wird dadurch verringert.
Diagnose: Die Abt. für Virologie (am Hygieneinstitut des AKH Wien) kann mittels Virus-PCR Influenza A/H1N1 im respiratorischen Sekret nachweisen, auch den spezifischen Subtyp. Ein Nachweis gelingt allerdings frühestens nach dem Auftreten erster Erkrankungssymptome!
"Vorsorgliche" Untersuchungen von gesunden Reiserückkehrern ohne relevante Beschwerden sind nicht zielführend.















