Logo:Institut für Reise und Tropenmedizin Univ. Prof. Dr. med. Heinrich Stemberger

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Afrikanische Mittelmeerländer,
Risiken und Prophylaxeempfehlungen

Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten

 

CHOLERA

Häufigkeit:Relativ selten, weltweit ca. 400.000 Fälle pro Jahr.
Verlauf:Plötzliches Erbrechen und schwerste wässerige Durchfälle, Gefahr besteht durch große Wasser- und Elektrolytverluste.
Prognose:Bei schneller und richtiger Behandlung gut (Letalität < 1 %). Ohne Behandlung Letalität 50 % und mehr.
Übertragung:"Food and water born", besonders rohe Meerestiere.
Inkubationszeit:Einige Stunden bis maximal 5 Tage.
Therapie:Sofortiger Flüssigkeits- und Elektrolytersatz, Antibiotika.
Impfung:

Schluckimpfung zweimalig (Kinder <6 J. dreimalig), Schutzdauer 2 Jahre.
Bietet außerdem für 3-6 Monate Schutz gegen ETEC (häufigste bakterielle Ursache für "Reisediarrhöen")


 

DIPHTHERIE

Häufigkeit:Vor 1990 selten, seither häufig in Osteuropa
Verlauf:Entzündung der oberen Luftwege mit Erstickungsgefahr, in Folge Herzentzündung und Lähmung möglich
Prognose:Bei rechtzeitiger Behandlung gut, ohne Behandlung oft sehr schlecht.
Übertragung:Tröpfcheninfektion (z.B. an Bord von Verkehrsflugzeugen möglich)
Inkubationszeit:1-7 Tage
Therapie:Antitoxisches Heilserum; Antibiotika sind nutzlos!
Impfung:Grundimmunisierung mit 3 Teilimpfungen, Auffrischung alle 5-10 Jahre (mit Tetanus und Pertussis).


PERTUSSIS

Häufigkeit:2 % der ungeschützten Personen pro Jahr in Österreich.
Verlauf:Hustenanfälle mit keuchender Inspiration bei Kindern, bei Erw. Hustenanfälle mit einer Krankheitsdauer von >28 Tagen.
Prognose:Für Kinder bis 6 Monate akut lebensbedrohlich.
Übertragung:Tröpfcheninfektion
Inkubationszeit:5-21 Tage.
Therapie:Antibiotika, nur wirksam innerhalb der ersten Krankheitswoche.
Impfung:Nur in Kombination mit Diphtherie/Tetanus/(Polio) erhältlich.

 

HEPATITIS A

Häufigkeit:In Industrieländern selten, in sozioökonomisch unterentwickelten Ländern enormes Infektionsrisiko.
Verlauf:Gelbsucht, oft mehrere Wochen Krankheitsdauer.
Prognose:Gut, heilt völlig aus.
Übertragung:Nahrung und Getränke (besonders durch rohes Seafood).
Inkubationszeit:2-6 Wochen.
Therapie:Keine ursächliche Behandlung möglich.
Impfung:Aktive Impfung (2 Impfungen, mind. 10 Jahre Schutz); oder aktive Kombination mit Hepatitis B (3 Impfungen).

 

HEPATITIS B

Häufigkeit:In sozioökonomisch unterentwickelten Ländern häufig.
Verlauf:Gelbsucht unterschiedlicher Schwere, oft mehrere Wochen Krankheitsdauer.
Prognose:Nicht selten Übergang in chronische Hepatitis. Nach Jahren bis Jahrzehnten Leberzirrhose und Leberkrebs als Spätfolge.
Übertragung:Geschlechtsverkehr, Stiche von Bettwanzen (fraglich), ärztliche Eingriffe.
Inkubationszeit:6 Wochen bis 6 Monate.
Therapie:Möglich bei chronischer Hepatitis B, Erfolgsaussichten jedoch gering.
Impfung:Aktive Impfung (individuell lange Schutzdauer, daher Titerkontrollen nötig), aktive Kombination mit Hepatitis A.

 

MENINGOKOKKEN MENINGITIS

Häufigkeit:In Industrieländern selten

- Afrikanische Mittelmeerländer:
In Nordafrika selten, Impfung empfohlen nur für
Individualreisende und bei Langzeitaufenthalten.
Verlauf:Oft während eines grippalen Infekts plötzlich einsetzende Kopf- und Nackenschmerzen, Erbrechen, Bewußtlosigkeit.
Prognose:Letalität um die 5 %.
Übertragung:Tröpfcheninfektion.
Inkubationszeit:Tage bis Wochen.
Therapie:Rechtzeitig Antibiotika.
Impfung:1 Impfung schützt 3 Jahre, Kleinkinder sind nur 1 Jahr geschützt.

 

POLIOMYELITIS

Häufigkeit:1994 schon weniger als 10.000 Fälle weltweit. Ausrottung war bis zum Jahr 2000 vorgesehen, gelang nicht. Derzeit wieder steigende Zahlen!
Verlauf:Beginnt wie Sommergrippe und führt innerhalb von 1-2 Wochen zu schlaffen Lähmungen einer oder mehrerer Gliedmaßen.
Prognose:Je älter der Kranke, desto schwerer der Verlauf. Todesrate je nach Alter bis zu 30 %.
Übertragung:Infektion durch Trinkwasser
Inkubationszeit:1-2 Wochen
Therapie:keine ursächliche Behandlung möglich.
Impfung:früher Schluckimpfung in den Wintermonaten (10 Jahre Schutz) mittlerweile OBSOLET
jetzt: Injektionsimpfung ganzjährig (10 Jahre Schutz).

 

TETANUS

Häufigkeit:In Industrieländern selten, in sozioökonomisch unterentwickelten Ländern häufiger.
Verlauf:Schluckbeschwerden, Grimassen, später qualvolle Krampfanfälle.
Prognose:Schlecht, mehr als ein Drittel der Betroffenen stirbt
Übertragung:Wundinfektio
Inkubationszeit:Tage bis Wochen
Therapie:Antitoxin, medikamentöse Krampfunterdrückung, künstliche Beatmung
Impfung:dreimalig zur Grundimmunisierung, Auffrischung alle 5-10 Jahre (kombiniert mit Diphtherie und Pertussis=Keuchhusten). Lokalreaktionen.

 

TOLLWUT -
Aktueller Artikel:
Tollwut und Fernreisen

Häufigkeit:Ca. 60.000 Fälle weltweit, davon 95 % in Asien; z.B. Indien 28/1Mio/Jahr
Verlauf:Hirn- und Rückenmarksentzündung mit unterschiedlicher neurologischer Symptomatik (stille oder rasende Wut)
Prognose:Ausnahmslos tödlich endende Erkrankung
Übertragung:Vorwiegend durch den Biß streunender Hunde
Inkubationszeit:Abhänig v.Lokalisation u. Ausmaß d. Bißverletzung Tage bis Monate
Therapie:Keine ursächliche Behandlung möglich.
Impfung:3 Teilimpfungen vor Reiseantritt (Tage 0/7/21-28) bieten 2 Jahre Schutz; danach jederzeit Auffrischung möglich (Schutz mind. 3 Jahre, meist viel länger)

 

TYPHUS

Häufigkeit:Außerordentlich häufig (35 Mio. Erkrankungen pro Jahr weltweit mit 1 Mio. Todesfälle).
Verlauf:Hoch fieberhaft mit Verwirrtheit, Ende der 2. Krankheitswoche Durchfall, ev.Darmblutungen oder Bauchfellentzündung.
Prognose:Bei rechtzeitiger Behandlung gut.
Übertragung:Nahrungsmittel, Getränke.
Inkubationszeit:0-10 Tage.
Therapie:Antibiotika (zunehmend Resistenzprobleme).
Impfung:Injektion ist der Schluckimpfung vorzuziehen, Beginn des Schutzes 1-2 Wochen nach Impfung, Schutzdauer 3 Jahre.

 

MALARIA

Information:

Jährlich sterben weltweit über 1,5 Mio. Menschen an Malaria. In bestimmten Gebieten ist daher die Einnahme der Malariaprophylaxe empfehlenswert und oft lebenserhaltend. Bitte bringen Sie Ihre Reiseroute mit, damit die für Sie bzw. für Ihre Destination geeignete Malariaprophylaxe verordnet werden kann. Wichtig für einen ausreichenden Schutz ist die Resistenzsituation des jeweiligen Gebietes und die Dosierung.

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ÖFFNUNGSZEITEN:

Mo. - Fr. 8:30 - 20.00 Uhr (durchgehend),   Sa. 9:00 - 17:00 Uhr

IMPFAMBULANZ:

Lenaugasse 19, 1080 Wien, Tel: 402 68 61-0, Fax: 402 68 61-30, info@)tropeninstitut.at